Der gepflegte Obdachlose

Heute realisierte ich etwas einmal mehr: Ich habe ein Talent. Und zwar ein Talent, mit interessanten Leuten ins Gespräch zu kommen und sie unbewusst dazu zu bringen, dass sie mir ihre Lebensgeschichte erzählen. Dies geschah auf Zypern, mit russischen Taxifahrern – und nun auch in meinem Freiburger Stadtteil Vauban. Dominik*, den ich im Wohnheimsflur kennen lernte, war sieben Jahre lang mit einer italienischen Anhängerin der Zeugen Jehovas verheiratet, trennte sich, lebte auf der Straße, und blickt dennoch positiv der Zukunft entgegen.

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Religion statt Meditation

Ich bin wieder da, in der Ökohauptstadt Deutschlands. Es ist kurz vor halb sieben abends, die Sonne möchte bald untergehen. Und ich tue etwas, was kaum typischer für Freiburg sein könnte, ich fahre Rad. Düse durch die Wiehre, das Viertel mit vielen altehrwürdigen Gebäuden, viele davon Villen von Studentenverbindungen. Ein AfD-Plakat ist von Weitem zu sehen. Steht dort etwa „Kampf“!? Doch bevor ich mich aufregen kann, sehe ich, dass lediglich ihr Freiburger Spitzenkandidat Volker Kempf heißt. Dann bin ich angekommen in der Schillerstraße 22, einem schönen Altbau. Hier befindet sich eine Hebammenpraxis. „Wird Simon nun Vater?“, wird sich der ein oder andere Leser fragen. Die kurze Antwort lautet: Nein. Was ich dennoch an diesem für mich ungewöhnlichen Ort suchte, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

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Entspannung plus Anspannung

Wie erholt man sich am besten von einem turbulenten Jahr in Russland? Richtig, mit einem noch turbulenteren Urlaub in den USA und Mexiko! In diesem zweiten Teil berichte ich über meinen ersten Besuch eines lateinamerikanischen Landes. Hier erwarten mich mehrere Wiedersehen und eine Mischung aus grenzenloser Entspannung und schwelender Anspannung.

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God bless the United States… oder nicht?

Wie erholt man sich am besten von einem turbulenten Jahr in Russland? Richtig, mit einem noch turbulenteren Urlaub in den USA und Mexiko! In diesem ersten Teil berichte ich vom Abschied in Voronež und meinem Aufenthalt in New York und Washington. So viel sei schon verraten:  Genau wie im wilden Osten hatte ich im wilden Westen einen ordentlichen Kulturschock.

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Bildergeschichte: Kapitalismus, Kirche und Kommunismus

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das ist allgemein bekannt. Also starte ich die neue Serie „Bildergeschichte“: Ich lade ein Foto aus meiner Zeit in Russland Foto hoch und erzähle, welche spannenden politischen, geschichtlichen und kulturellen Aspekte in diesem Foto zu sehen sind. Los geht es mit einem Bild des Roten Platzes.

Nachts gefällt mir der Rote Platz besonders gut. Dann ist er nicht von selfie-geilen Touristen vollgestopft. Dann spürt man das Mysteriöse Russlands vollkommen.

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Von Schminke und Obstsalaten

Wettbewerb, was ist das? Der Liberale denkt sofort an Wettbewerb in „freien Märkten“, der das Geschäft belebt. Der Linksgrüne wiederum denkt an „Raubtierkapitalismus“, der durch tödliche Konkurrenz die Umwelt zerstört. Doch halt. Heute soll es um Wettbewerbe einer anderen Art gehen. An meiner Fakultät fand ein „Mister“- und ein „Miss“-Konkurs statt. Was dies genau zu bedeuten hat und was mich dabei überraschte, lest ihr im Folgenden.

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Der warme Süden ruft…

Sommer, Sonne, Sonnenschein – dafür ist der russische Februar nicht gerade berühmt. Grund genug, der Kälte zu entkommen und die vorlesungsfreie Zeit auf Zypern zu verbringen. Umrahmt wurde mein entspannter Urlaub von lustigen, aber auch philosophischen und nachdenklichen Gesprächen.

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Ich, der Neig’schmeckte

Bisher wurde ich in Russland als Ausländer geradezu auf Händen getragen. Doch neulich im Voronežer Einkaufszentrum Galereja Čižova bekam ich den ersten negativen Kommentar zu Ohren. Wie die Situation genau vonstatten ging und wie ich überraschend reagierte, lest Ihr im Folgenden.

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Auf Sie haben wir schon gewartet

Ravensburg war eine Pille gegen das Heimweh, Moskau dagegen stressiger Dschungel – was ist die Lösung? Schnell zurück in mein neues trautes Heim in Voronež. Doch dieser Weg bot einige Hindernisse und Überraschungen.

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