Fehlstart?

Ich sitze im Zug – nicht von Ravensburg nach Friedrichshafen, nicht von Freiburg nach Berlin, sondern vom Kasaner Bahnhof in Moskau nach Voronež. Online konnte ich eine sogenannte „Platzkarte“ ergattern, man könnte auch sagen: eine Fahrkarte für die dritte Klasse. Viele Menschen sind in diesem Tag- und Nachtzug mit dem Ziel Anapa am Schwarzen Meer. Es ist eng – so kommt man sich auch beim gemeinsamen Essen und in Gesprächen näher. Sergej und Valentina etwa, meine Nachbarn, versorgen mich mit Tee und allerlei Leckereien. Doch von vorn. Wie kam es eigentlich dazu? Ein Rückblick.

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Weggehen, Ankommen und Nachbereiten

Lange wollte ich es nicht wahr haben, aber irgendwann sollte mein Freiwilligendienst und meine Zeit in Ungarn enden und ich sollte zurück ins langweilige Deutschland. Nun habe ich alles mitgemacht: schmerzhaftes Abschiednehmen, eine endlose Fahrt, Freude und ein komisches Gefühl beim Ankommen zugleich und schließlich viel „kulturweit“es Reden beim Nachbereitungsseminar. Continue reading „Weggehen, Ankommen und Nachbereiten“

Von alten Meistern und einem Bier am Mittag

Wenn man nicht in der völligen Einöde wohnt, hat man naturgemäß Nachbarn. Mit ihnen kann man kann man viele Vorteile (Lebensmittel leihen) und Spaß (Straßenfeste bis in die Puppen) haben, aber ohne Konflikte kommt keiner davon. Sei es die Hecke, die versehentlich auf einem anderen Grundstück gepflanzt wurde oder Hunde, die in des Nachbars Garten ihr Geschäft verrichten. Nun kam ich in ein neues Land und fragte mich: Wie wohnt man in Ungarn?  Grüßt man sich auf der Straße? Und: Wie ist das Zusammenleben unter Nachbarn in Ungarn? Dazu im Folgenden mehr.

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Verschnaufpause

„Nirgends strapaziert sich der Mensch mehr als bei der Jagd nach Erholung.“
von Laurence Sterne

 

Was war es schön, sich wieder in die deutsche Blase zu verziehen und „normales“ Deutsch zu sprechen. Passend zum o.g. Zitat ist die Rede vom „kulturweit“-Zwischenseminar in Transsilvanien, das wenn man die Anreise betrachtet turbulenter nicht hätte sein könnte – und trotzdem genügend Raum zum Verschnaufen bot.

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Vorurteile und ihr Wahrheitsgehalt

„Die Griechen haben keine Steuermoral“, „In Afrika gibt es nur Holzhütten“ oder „Die Ungarn essen nur Gulasch“; das sind gängige Klischees, die an Stammtischen vertreten werden. Was daran stimmt? Keines der genannten Vorurteile, da es auch in Griechenland Steuerzahler, in Afrika Einfamilienhäuser und in Ungarn Pizzaliebhaber gibt. Mein Anliegen ist es, mit Vorurteilen über Ungarn aufzuräumen und die realistischen Verhältnisse darzustellen, soweit ich sie (natürlich auch subjektiv) beurteilen kann. Continue reading „Vorurteile und ihr Wahrheitsgehalt“

Ein Hoch auf die Telekom!

Während die SPD in Niedersachsen Wahlkampf mit einem Grundrecht auf schnelles Internet macht kann ich endlich wieder vom Sofa meiner Wohnung aufs Internet zugreifen – aber von vorne.

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